Am Mittwochabend veranstaltete der LTHV den Demo Day für Batch#2 des Legal Tech Accelerator-Programmes. Rund 100 Gäste fanden sich im Loos Haus am Michaelerplatz ein, um gemeinsam mit den LTHV Founding Members, Stakeholdern und potentiellen Investoren die fünf teilnehmenden Start-ups und ihre Fortschritte zu bewerten. Eröffnet wurde der Abend durch LTHV Vorstandsmitglied Philipp Kinsky (Herbst Kinsky Rechtsanwälte) mit interessanten Facts and Figures über den LTHV:

  • 40+ Bewerbungen
  • 12+ Länder, aus denen sich beworben wurde
  • Start-ups wurden ausgewählt, ebenso viele Länder waren in Batch #2 vertreten (Frankreich, Luxemburg, die Niederlande, Österreich, Spanien)
  • 18 Tage verbrachten die Start-ups in Wien
  • 150+ Stunden Programm absolvierten sie in dieser Zeit
  • 40+ Stunden an Coachings mit den jeweiligen Business Coaches
  • 15+ Product Testing Sessions mit den LTHV Kanzleien
  • 30+ Expertenvorträge
  • 120+ Leute involvierten sich während Batch #2 im LTHV

Ein Jahr nach Gründung des LTHV ging nun bereits die zweite Runde des in dieser Form in Europa einzigartigen Legal Tech Accelerator-Programmes ins Finale. Auch Batch#2 war ein großer Erfolg. Seit September des vergangenen Jahres durchliefen die fünf Start-ups (Bigle Legal, Closd, Juralio, Smart Oversight und 360Kompany) ein intensives Programm bestehend aus Experteninputs, Business Coachings und enger Zusammenarbeit mit den Kanzleien des LTHV. Als krönender Abschluss wurde ihnen am Demo Day eine große Bühne geboten, um ihre Fortschritte und ihre Produkte vor einem ausgewählten Fachpublikum zu pitchen.

„Besonderen Fokus legten wir in der Auswahl der Start-ups diesmal auf KYC Prozesse“, so LTHV Jury-Mitglied Philipp Reinisch (SCWP Schindhelm). „Aber auch andere spannende Projekte wurden aufgenommen. Die Start-ups aus der aktuellen Runde sind, verglichen zu Batch #1, in der Entwicklung schon etwas weiter. So war es uns möglich, richtige Pilotprojekte durchzuführen und die Produkte eingehender zu testen.“ Jedes der teilnehmenden Start-ups hatte die Möglichkeit, ihr Produkt mit einer oder mehreren Kanzleien in den direkten Einsatz zu bringen – so wurden beispielsweise Dummy-Transaktionen abgewickelt, um das Feedback direkt in die Plattform Closd einspielen zu können.

Dazu Alejandro Esteve de Miguel Anglada (CEO, Bigle Legal): „Feedback, das live beim Testen unserer Software entsteht, ist für uns normalerweise nur schwer zu bekommen. Dieser Aspekt macht das Accelerator-Programm für uns besonders wertvoll.“

Die Kanzleien des LTHV – DORDA, EISENBERGER & HERZOG, HERBST KINSKY, SCHÖNHERR und SCWP Schindhelm hatten für die Arbeit im LTHV Accelerator eigene Teams zusammengestellt. Die vergangenen Monate waren aufregend, aber auch mit einem Lernprozess verbunden. „Die Zusammenarbeit mit den Start-Ups ist für uns sehr gewinnbringend, da Prozesse automatisiert werden können, die uns in der täglichen Arbeit viel Zeit kosten. Allerdings muss im Vorfeld auch einiges an Arbeit investiert werden, was im Alltag oft nicht leicht unterzubringen ist“ so der LTHV Vorstandsvorsitzende Stefan Artner (DORDA Rechtsanwälte).

Am Ende des Abends wurden zwei Gewinner gekürt – es gab einen Jury- und einen Publikumspreis. Die Jury entschied sich nach kurzer Beratung, das Start-up „Bigle Legal“ zu küren. LTHV Jury Mitglied Clemens Lanschützer (Eisenberger Herzog Rechtsanwälte): „Das Potential, das bei Bigle Legal während des LTHV Accelerator-Programmes zu beobachten war, ist sehr groß – die Entscheidung war schwer, aber sie verdienen den Jury Preis“. Der Publikumsliebling war Closd. Neben Urkunden erhielten die Gewinner jeweils ein Start-Up Promotionpackage im Wert von 15.000EUR (Bigle Legal) und 5.000 EUR (Closd) zur Bewerbung ihrer Angebote bei der Future-Law Legal Tech Konferenz im November 2020. Die MANZ’sche Verlags- und Universitätsbuchhandlung GmbH, die seit 2020 eine Lab-Partnerschaft mit dem LTHV hat, sponserte ebenfalls einen Teil des Gewinnes.

Im Anschluss an die Preisverleihung hatten alle Teilnehmer – neben Gästen aus dem juristischen Netzwerk auch Interessenten aus der Start-up Community und Legal Tech – noch die Möglichkeit, sich bei Fingerfood und Drinks weiter über Legal Tech und Innovation auszutauschen.

Info und Links zu den Start-ups des Batch#2 des LTHV-Acceleratorprogrammes

360kompany AG – Austria
kompany is the leading RegTech platform for Global Business Verification and Business KYC providing audit-proof, primary source and time stamped company information in real-time.

Bigle Legal – Spain
Bigle Legal is a SaaS platform transforming the way companies manage legal documents, enabling them to automate the process of creating their legal documents and mitigating human error, all while savi.

Closd – France
Closd is a legal transaction management platform for lawyers that simplifies, automates and secures legal deals as well as creates a new cutting-edge digital experience for their clients.

Juralio – Scotland and Netherlands
Juralio helps you make sense of legal matters by expressing them as interactive maps and timelines. Invite colleagues to collaborate and handle your daily influx of messages and documents in one place.

Smart Oversight – Luxemburg
Smart Oversight brings clients the Natural Language Processing and Machine Learning technologies to reduce costs and workload related to the anti-money laundering and know your customer processes.

LTHV Accelerator-Programm: Batch #3 startet im Frühling 2020

Der LTHV rastet nicht: Am Mittwochabend wurde bereits Batch #3 angekündigt. „Im Jahr 2020 wird es noch einen weiteren Batch dess Accelerator-Programms geben. Wichtig ist uns, dass die Kanzleien und die Start-ups genug Zeit zur Zusammenarbeit haben,“ verrät LTHV Jury Mitglied Thomas Kulnigg (Schönherr Rechtsanwälte). „Die Jury legt in den kommenden Wochen fest, welcher Schwerpunkt diesmal wichtig ist und welche Digitalisierungsvorhaben daher im Fokus stehen werden. Fest steht: es bleibt spannend!“

Start-ups und KMUs aus dem Legal Tech Bereich können sich ab 1. Februar 2020 für Batch #3 bewerben. Der Call ist offen für alle, die an digitalen Lösungen arbeiten, die auf Machine Learning, AI, Platforms, Semantics oder Blockchain basieren und Legal Topics wie etwa Client Management, Legal Management, Transactions, Business Development oder Data Analyses ansprechen. Die Bewerbungsphase endet am 30. März 2020.

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Rückfragehinweis: Sophie Martinetz, s.martinetz@future-law.at+436649747272.

Fotos: Credit: Marlene Rahmann, Abdruck kostenfrei

Über den LTHV:
Die Rechtsanwaltskanzleien DORDA, EISENBERGER & HERZOG, HERBST KINSKY, PHH, SCHÖNHERR, SCWP Schindhelm und WOLF THEISS haben im Oktober 2018 gemeinsam den Legal Tech Hub Vienna (LTHV) ins Leben gerufen. Eine bis dato in dieser Form einzigartige kanzleiübergreifende Initiative von Law Firms. Kernziel des LTHV: Die Rechtsberatungsbranche pro-aktiv, Mandanten-orientiert und innovativ in die digitale Zukunft zu führen. Die Aktivitäten des LTHV umfassen u.a. ein Acceleratorprogramm für Legal Tech Unternehmen, lokale und internationale Kooperationen mit Interessensvertretungen, Universitäten, Fachhochschulen und bestehenden/künftigen Legal Tech Hubs sowie die Entwicklung von Standards für die gesamte Rechtsbranche über Forschungsaufträge, Diplomarbeiten und Partnerschaften.

www.lthv.eu