Erfahrung ist in der Juristerei unbezahlbar. Ein Satz, den ich nach meinem Praktikum bei Eisenberger & Herzog im August 2015 jedenfalls doppelt unterstreichen würde. Auch schon davor von dieser These überzeugt, beschloss ich nach vier Semestern des Studiums an der Universität Graz, mich bei dieser Kanzlei für einen Praktikumsplatz zu bewerben. Den Erfahrungsberichten der letzten Jahre konnte ich entnehmen, dass ein Praktikum in dieser Kanzlei eine Bereicherung sein würde, zweifelte allerdings aufgrund meiner noch ziemlich jungfräulichen Beziehung zur Rechtwissenschaft auch ein wenig an meiner fachlichen Kompetenz. Nachdem ich die Zusage erhielt, gab es kein Zurück mehr und ich musste mich selbst erst davon überzeugen bereit für die Herausforderung zu sein.

Meine Bedenken wurden allerdings gleich am ersten Tag restlos zerstreut. Wir Praktikanten wurden freundlich empfangen und grundlegend über den Ablauf des Monats informiert (ich wurde dem Arbeitsrechtsteam zugeteilt), durch die Kanzlei geführt, dabei jedem Mitarbeiter vorgestellt und schließlich zu einem Kennenlern-lunch ausgeführt. Umgehend ging es mit der ersten Arbeitsaufgabe, Stellenanzeigen auf ihre Kollektivvertragskonformität zu prüfen, los. Schon am frühen Nachmittag folgte ein Meeting, bei dem alle offenen Fälle und die weitere Vorgehensweise besprochen wurden – und ich mittendrin. Ab diesem Zeitpunkt war für mich klar, dass dieser Monat sehr spannend werden würde. Und ich sollte nicht enttäuscht werden.

Im Stil des ersten Tages ging es nämlich weiter. Ich wurde in alle Angelegenheiten – wenn überhaupt nur durch meine eigenen Fähigkeiten beschränkt – umfassend eingebunden. Keine Informationen wurden mir vorenthalten, keine Fälle als „für den Praktikanten ohnehin nicht geeignet“ abgetan. So kam ich jeden Tag sehr gerne, mit dem Gefühl ein wertvoller Teil des Teams zu sein, in das Büro im 20. Stock. Arbeiten an Zeitschriftenartikeln oder Rechtsauskünften in englischer Sprache, Mitarbeit bei Prüfungen von Dienstverträgen oder Betriebsvereinbarungen, die Erstellung von Schriftsätzen und Recherchearbeiten jeglicher Art füllten das lehrreiche Monat schließlich aus. Gegen Ende durfte ich auch in einige andere Themenbereiche schnuppern, was mich besonders im Bereich Litigation für mein weiteres Studium sehr motiviert hat.

Bei Fragen oder Problemen konnte ich mich jederzeit an Frau Dr. Eichmeyer (gleichzeitig meine Tutorin), Frau MMag. Schmitzer oder Frau Mag. Spiegl wenden. Überhaupt macht das unglaublich positive Arbeitsklima bei Eisenberger & Herzog die Kanzlei erst dazu, was sie ist. Aufrichtige Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft gab mir an jedem Tag das Gefühl, erwünscht zu sein und nicht nur geduldet zu werden. Für Praktikanten sicher nicht in jeder Kanzlei eine Selbstverständlichkeit.

Abschließend möchte ich allen Kollegen danken, die diesen Monat zu einer solch wertvollen Erfahrung für mich gemacht haben. Nun habe ich endlich die Bestätigung, den richtigen Weg für mich gewählt zu haben. Und auch wenn sich das alles ein wenig nach einem abgedroschenen Fanbrief liest – die Wahrheit muss nicht immer grausam sein.