Die internationale Anwaltssozietät Eisenberger & Herzog lud gemeinsam mit der Vereinigung österreichischer Unternehmensjuristen (VUJ) am 04.12.2019 führende Personen aus Wirtschaft und Recht zur Veranstaltung des Fachkreises Wettbewerbs- und Kartellrecht zum Thema „Spannungsverhältnis zwischen Kartellrecht & Strafrecht“ ein.

Leitende Staatsanwältin Hofrätin Mag. Ilse-Maria Vrabl-Sanda (Leiterin der zentralen Staatsanwaltschaft zur Verfolgung von Wirtschaftsstrafsachen und Korruption, WKStA) teilte vor zahlreichen Teilnehmern ihre Erfahrungen mit dem anonymen Hinweisgebersystem der WKStA. Darüber hinaus behandelte Frau Mag. Vrabl-Sanda die strafrechtliche Kronzeugenregelung (§209a und b StPO) und den Tatbestand des §168b StGB (wettbewerbswidrige Absprachen im Vergabeverfahren) am Beispiel des Trockenbaukartells.

Daran anschließend erörterte Rat Mag. Heinz-Ludwig Majer, MBA (zugeteilt beim Bundeskartellanwalt) die Rolle des Bundeskartellanwalts bei der strafrechtlichen Kronzeugenregelung (nach §209b StPO) nach Zuerkennung des Kronzeugenstatus für ein Unternehmen durch die Bundeswettbewerbsbehörde. Er gab hier umfassende Einblicke in die Kooperation von den drei zuständigen Behörden (BWB, WKStA und BKartAnw). Dazu wurde unter anderem das Thema der Rechtssicherheit und des „gebundenen Ermessens“ des Bundeskartellanwalts diskutiert – Wie sollte sich ein Unternehmen, dessen Mitarbeiter an einer Bieterabsprache beteiligt war, am besten verhalten, um weder sich selbst noch seinem Mitarbeiter zu schaden?

Der Vortrag sowie die darauffolgende Diskussion wurden von E&H Partner Dr. Dieter Thalhammer sowie Dr. Erika Stark-Rittenauer, LL.M. (VUJ- Leiterin Fachkreis Wettbewerbs- und Kartellrecht und Senior Compliance Expert der ÖBB-Holding AG) moderiert.