In der Juristerei gibt es bekanntlich immer verschiedene Meinungen. Das Thema „Praktikum bei Eisenberger & Herzog“ bildet eine rare Ausnahme, da in der diesbezüglichen Literatur, also in den Praktikumsberichten, Einigkeit zu bestehen scheint.

Um nicht in das Genre der Fiktion abzurutschen, bleibt auch mir nichts anderes übrig, als mich der Meinung der ehemaligen E&H-Praktikanten anzuschließen: Ein Praktikum bei Eisenberger & Herzog bietet die Chance, in einem außerordentlich kollegialen Umfeld einen spannenden Einblick in die Tätigkeit von Wirtschaftsanwälten zu bekommen.

Zu diesem Urteil bin ich nach meinem abwechslungsreichen Praktikum im Juli 2014 gelangt. Ich bin an jedem Arbeitstag gerne in den 20. Stock des Vienna Twin Tower gekommen, von wo aus ich einen interessanten Blick auf das Gebiet um den Wienerberg und auf das Gebiet des IP/IT-Rechts werfen durfte. Bereits die groben Umrisse, in denen dieser Rechtsbereich an der Uni behandelt wurde, interessierten mich sehr. Daher gab ich IP/IT im Zuge des angenehmen Bewerbungsgesprächs als Wunschgebiet an.

Dem exzellenten Team um Herrn Dr. Andreas Zellhofer – insbesondere meinem Tutor Herrn Dr. Helmut Liebel – verdanke ich, dass diese schemenhaften Umrisse an vielen Stellen eine konkrete Form angenommen haben. Ähnlich einem Puzzle kam mit jeder Recherche ein kleines Stück an Wissen hinzu, wodurch das Gesamtbild anschaulicher wurde. Die Puzzle-Steine (Arbeitsaufgaben) wurden von meinen Tutor überlegt ausgewählt. Mich begeistert es, wie effizient und eloquent er die deutsche und englische Sprache einsetzt. Komplexe Sachverhalte stellte er mir in wenigen Worten logisch dar und zeichnete mit seinem Bleistift dabei oft zeitgleich eine Info-Grafik.

Mit diesem Plan und einer konkreten Aufgabe machte ich mich sodann auf, um die Rechtsfrage im Dickicht der Aufsätze, Kommentare und Rechtsprechung richtig zu orten. Zur besseren Orientierung erhielten wir Praktikanten eine Einschulung in die Datenbanken RDB und LexisNexis Online. Schritt für Schritt versuchte ich der Lösung näher zu kommen. Bei Schwierigkeiten, den richtigen Weg zu finden, konnte ich stets von meinen Tutor weitere Auskünfte einholen.

Neben der Durchführung von Rechtsrecherchen zu verschiedenen Themen durfte ich unter anderem bei einem Memo mitschreiben, mich an einem Schriftsatz versuchen, einen Haftungsausschluss für eine Website verfassen sowie Entwürfe von Briefen an Mandanten erstellen. Meine zeitintensivste und umfangreichste Aufgabe bestand darin, die Übertragung von nationalen und internationalen Marken-, Patent- und Gebrauchsmusterrechten bei verschiedenen Patentämtern vorzubereiten. Mir wurde stets erklärt, wozu die jeweilige Aufgabe diente und in welchem größeren Zusammenhang sie stand.

Hervorzuheben ist, dass alle Kollegen gerne ihr Wissen weitergeben und ihre Freude am Beruf teilen. Das Arbeitsklima ist äußerst angenehm und es sind nie dunkle Wolken aufgezogen. Alle arbeiten mit hellen Köpfen und heiterem Gemüt an spannenden Fällen. Bevor es sich jedoch anhört, also wollte ich über das Wetter reden, möchte ich abschließend sagen, dass mir das Praktikum viel Freude bereitet hat. Folgende Prognose sei mir erlaubt: Der lebhafte Wind von Osten brachte Aufklärung. Ich weiß nun mit ziemlicher Sicherheit, dass ich Anwältin werden möchte.

Danke für die spannende Erfahrung!