Liebe Frau Feldner! Wir möchten in einer Serie Menschen bei E&H vor den Vorhang holen, vorstellen, erzählen lassen und Einblick in deren Alltag geben. Schön, dass Sie sich Zeit dafür nehmen. Heute bei strahlendem Sonnenschein.

Fangen wir ganz klassisch an – können Sie uns von Ihrem Werdegang erzählen? 

Ich habe in Graz Jus studiert, wobei ich übrigens damals extra deshalb überhaupt nach Graz gekommen bin – ich bin ja Salzburgerin -, aber Graz hat man mir als die Studentenstadt wärmstens empfohlen. Und es war wirklich eine ganz tolle Zeit. Nach meinem Erasmus-Semester in Barcelona, wo ich zum ersten Mal mit Kartellrecht in Berührung kam, startete ich bald an der Uni Graz als Assistentin am Institut für Europarecht und über diesen Weg bin ich auch ins Kartellrecht „eingetaucht“ – perfekt, denn diese Rechtsmaterie hat mich ab diesem Zeitpunkt nicht mehr losgelassen. Ab da war für mich auch klar, dass ich nach Wien gehen werde, um am Kartellgericht zumindest einen Teil der Gerichtspraxis zu absolvieren.

Was war entscheidend, um Jus zu studieren bzw. in die Anwaltei zu gehen?

Also Jus zu studieren, war für mich ab dem 15. Lebensjahr fix. Allerdings mit dem Ziel, Diplomatin zu werden! Deshalb habe ich auch parallel Französisch und Spanisch studiert. Mit der Zeit haben sich meine Interessen aber verschoben und ich habe gemerkt, dass ich besser für einen klassischen juristischen Beruf geeignet bin. Deshalb revidierte ich mein ursprüngliches Ziel und mein neues hieß: Anwaltei.

…und wie ging’s dann weiter?

Kaum in Wien nahm ich an der RecruitersNight am Juridicum teil und konnte hier auch ein Gespräch mit Dr. Thalhammer führen. Am nächsten Tag rief mich die Kanzlei an, es folgte ein weiteres Gespräch mit anderen Partnern und noch am selben Tag die Zusage – ein halbes Jahr vor Eintritt! Im Oktober 2009 startete ich als Konzipientin und seit 2016 bin ich Partnerin im Kartellrecht.

Was waren Milestones auf ihrem Weg?

Da gibt es viele!! So manches Projekt oder intensive Zusammenarbeit mit Mandanten oder einige wirklich ganz entscheidende persönliche Gespräche innerhalb des Teams. Auch mein Erasmus-Semester und dass ich damals am Institut für Europarecht angefangen habe, waren ganz klare Milestones.  Natürlich auch die RA-Prüfung, die in erster Linie eine riesige, mentale Herausforderung darstellt, aber im Grunde genauso viel Disziplin wie das Studium oder ein großes Projekt in der Kanzlei erfordert… – aber da ist man natürlich nachher immer schlauer. Im April 2013 war ich dann eintragungsfähig und wurde gleichzeitig Substitutin bei E&H.

Was macht E&H aus Ihrer Sicht aus?

Wie packe ich das am besten in einen Satz? Eisenberger & Herzog ist für mich eine dynamische Kanzlei mit Charakter! Warum? Charakter zu zeigen ist heutzutage nicht selbstverständlich und auch nicht immer einfach – dazu braucht es Mut und Persönlichkeit. Dynamisch weil Entscheidungen nach wie vor schnell getroffen werden und Lösungen & Ideen erfragt oder jederzeit platziert werden können – eine aus meiner Sicht sehr seltene Kombination. Unser Werbeauftritt mit dem Löwen und dem Schriftzug „we are legend“ ist eigentlich ein gutes Beispiel – stark, mutig, zielstrebig, hin und wieder unkonventionell und ein wenig Augenzwinkern darf nicht fehlen – eine gute E&H-Beschreibung!

Welche Eigenschaften und Skills sind aus Ihrer Sicht in der Anwaltei wichtig?

Wissen & Fleiß sind jedenfalls die Basis.  Außerdem ist aber auch extrem wichtig, sich-selbst-managen zu können. Damit meine ich nicht alleine Zeitmanagement, sondern vielmehr wie funktioniere ich? Was brauche ich, damit ich Höchstleistung vollbringen kann? Wie komme ich zu Lösungen? Wie manage ich stressige Situationen oder unangenehme Überraschungen, etc.? Auf diese Fragen hat man erst nach einiger Zeit Antworten.

Bitte um Vervollständigung: Das war ein guter Tag, wenn …

… der Mandant zufrieden ist.
…ein großes Projekt abgeschlossen ist.
… KonzipientInnen gut partizipieren können, so eine super Lernkurve generieren können und daraus viel Motivation ziehen können.
… die TeilnehmerInnen bei einer Kartellrecht- oder Hausdurchsuchungsschulung viel mitnehmen konnten.

Was ist nach wie vor spannend in diesem Beruf? Was sind Herausforderungen?

Extrem spannend und gleichzeitig eine Herausforderung ist, dass ich häufig in der Früh nicht weiß, was passiert, wenn ich ins Büro komme. Zu den vereinbarten Terminen kommen spontane Anfragen und dann heißt es uU, die Prioritäten kurzfristig zu ändern. Jeder Tag ist anders. Spontanität und Flexibilität sind daher gefragt. Aber das macht es gerade spannend! Alltagstrott gibt es nicht.

Welche Tipps haben Sie für Studierende? Was sind absolute „must haves“ als RechtsanwaltsanwärterInnen bei E&H?

Genauigkeit, Empathie und Humor sind aus meiner Sicht wichtig. Und daran orientieren sich auch die Tipps: „carpe diem – nutze den Tag“ greift mir hier fast zu wenig, vielmehr ist es ein „nutze die Chance“! Von Erasmus, über Praktikum und dann im ersten Job: am Schopf packen, rein“graben“ und durchhalten!

Was würden Sie der jungen Studentin Judith Feldner sagen?

Glaub an dich! Überlege dir, was dir wichtig ist & zieh‘ das durch!

Der perfekte Schlusssatz 🙂 Vielen Dank für das Interview!