Am Donnerstagabend veranstaltete der LTHV den Demo Day für Batch#1 des Legal Tech Acceleratorprogrammes. Rund 150 Gäste fanden sich im Kuppelsaal der TU Wien ein, um gemeinsam mit den LTHV Founding Members, Kooperationspartnern, Stakeholdern und potentiellen Investoren die fünf teilnehmenden Start-ups und ihre Fortschritte zu bewerten. Anwesend waren neben Gästen aus dem juristischen Netzwerk, auch Interessenten aus der Start-up Community und Legal Tech interessierte Studenten und Studentinnen.

Bereits neun Monate nach Gründung des LTHV ging die erste Runde des  in dieser Form in Europa einzigartigen Legal Tech Acceleratorprogrammes ins Finale – und das mit großem Erfolg. Nach fünf intensiven Monaten mit Experteninputs, Business Coachings und enger Zusammenarbeit mit den Kanzleien des LTHV bildete der Demo Day den krönenden Abschluss. Den fünf Start-ups (APPbyYou, Contractbook, Jaasper, Miso und Taxy.io) des LTHV wurde eine große Bühne geboten, um ihre Fortschritte und ihre Produkte vor einem ausgewählten Fachpublikum zu pitchen.
Auch die Business Coaches waren zufrieden – am Vortag des Demo Days waren die Start-ups noch intensiv auf die Pitching Session vorbereitet worden.

Die vergangenen Monate waren aber nicht nur für die Start-ups aufregend. Auch für die Kanzleien war die Zusammenarbeit spannend und mit einem Lernprozess verbunden. Die durch die Zusammenarbeit mit den Start-ups gewonnenen Erkenntnisse wurden während der vergangenen Monate regelmäßig bei Round Tables und in LTHV Jury Meetings besprochen und miteinander geteilt, wodurch sich für die Mitglieder des LTHV ein erfreulicher Mehrwert ergab. „Die Zusammenarbeit mit den Start-Ups hat uns viel Freude gemacht und war für uns sehr gewinnbringend“, so Dr. Alric Ofenheimer, Partner bei Eisenberger & Herzog.

Am Ende des Abends wurden zwei Gewinner gekürt – es gab einen Jury- und einen Publikumspreis. Die Jury entschied sich nach kurzer Beratung, das Start-up „miso“ zu küren. Der Publikumsliebling war Contractbook. Nebst Urkunden erhielten die Gewinner jeweils ein Start-Up Promotionpackage im Wert von 15.000EUR (miso) und 5.000 EUR (contractbook) zur Bewerbung ihrer Angebote bei Future-Law und der Future-Law Legal Tech Konferenz im November 2019.

Im Anschluss an die Preisverleihung hatten alle Teilnehmer und Gäste noch die Möglichkeit, sich bei Fingerfood und Drinks weiter über Legal Tech und Innovation auszutauschen.

LTHV Acceleratorprogramm: Batch #2 startet im Herbst 2019
Neben den Feierlichkeiten für den erfolgreichen Abschluss war der Demo Day auch ein Teaser-Event für Batch#2, dessen Launch im September stattfindet. Zitat Jurymember Sophie Schmidt (PHH Rechtsanwälte): „Wir blicken den Bewerbungen für Batch#2 bereits sehr gespannt entgegen. Nach dem ersten sehr erfolgreichen Durchlauf des Programmes können wir nun auch im Vorfeld präziser eingrenzen, wo der Fokus in Batch#2 liegen soll. Deshalb suchen wir für den kommenden Batch gezielt in manchen Bereichen – darunter KYC und Conflict Check.“

Start-ups und KMUs aus dem Legal Tech Bereich haben noch bis 1. August Zeit, um sich für das Programm zu bewerben. Der Call ist offen für alle, die an digitalen Lösungen arbeiten, die auf Machine Learning, AI, Platforms, Semantics oder Blockchain basieren und Legal Topics wie etwa Client Management, Legal Management, Transactions, Business Development oder Data Analyses ansprechen.

APPbyYou
In der privaten Kommunikation unschlagbar, ist in der Geschäftswelt WhatsApp meistens ein No-Go. Die von deutschen Gründern erdachte APPbyYOU ist ein in allen Belangen sicherer Firmenmessenger, der auf einer eigenen Cloud betrieben wird. Mit Schnittstellen zu weit verbreiteten Systemen wie SAP werden die Arbeitsabläufe direkt unterstützt. APPbyYOU wird auf die Kunden zugeschnitten und ist bald auch als Kanzleiversion erhältlich. Die Kosten für KMU (bis 250 Mitarbeiter) betragen knapp 12.000 Euro. companymessenger.com/de

Contractbook
Contractbook, entwickelt in Dänemark, ist eine Plattform für die Erstellung, Verwaltung und Archivierung von Verträgen. Nutzbar ist sie für Unternehmen vom KMU bis zum Großkonzern, für Anwaltskanzleien gibt es eine eigene Legal-Lösung.

Jaasper Document Services
Das Wiener Start-up Jaasper will für Anwälte den Prüf- und Rechercheaufwand bei Verträgen erheblich reduzieren – mit selbstlernender Software. Beim FFG-geförderten Projekt ist auch die TU Wien mit an Bord.

Miso
Die Software hat ein Prozessanwalt aus Schottland entwickelt: Selbst bei kleinen strittigen Fällen gibt es eine Vielzahl an Dokumenten, Beweisen, E-Mails, Gegenantworten, Gutachten usw., die elektronisch derzeit mit keiner Lösung abgebildet werden können. Miso kann das – für jeden einzelnen Fall.

Taxy.io
„Wenn Ihre Software erstmal fertig ist, dann ist der Preis egal!“ So urteilte der Partner einer internationalen Steuerberatungsfirma über dieses Produkt. Die Erfinder (ein Spin-off der RWTH Aachen in Deutschland) versprechen, den Rechercheaufwand für die Analyse von Steuerfragen um 80 Prozent zu reduzieren. Wie das geht? Algorithmen machen die einschlägige Literatur verständlich und geben direkte Handlungsempfehlungen für den jeweiligen Mandanten.

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Über den LTHV:
Die Rechtsanwaltskanzleien DORDA, EISENBERGER & HERZOG, HERBST KINSKY, PHH, SCHÖNHERR, SCWP Schindhelm und WOLF THEISS haben im Oktober 2018 gemeinsam den Legal Tech Hub Vienna (LTHV) ins Leben gerufen. Eine bis dato in dieser Form einzigartige kanzleiübergreifende Initiative von Law Firms. Kernziel des LTHV: Die Rechtsberatungsbranche pro-aktiv, Mandanten-orientiert und innovativ in die digitale Zukunft zu führen. Die Aktivitäten des LTHV umfassen u.a. ein Acceleratorprogramm für Legal Tech Unternehmen, lokale und internationale Kooperationen mit Interessensvertretungen, Universitäten, Fachhochschulen und bestehenden/künftigen Legal Tech Hubs sowie die Entwicklung von Standards für die gesamte Rechtsbranche über Forschungsaufträge, Diplomarbeiten und Partnerschaften.

www.lthv.eu

Fotocredit: Marlene Rahmann